Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag stellt einen Teil des Einkommens von Eltern steuerfrei. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Freibetrag oder das Kindergeld finanziell günstiger ist.
Kinderfreibetrag 2026: Höhe und Berechnung
Der Kinderfreibetrag ist ein steuerlicher Freibetrag für Eltern. Er soll sicherstellen, dass das Einkommen, das für den notwendigen Lebensunterhalt eines Kindes benötigt wird, nicht mit Einkommensteuer belastet wird.
Der Freibetrag wird nicht ausgezahlt. Er reduziert bei der Einkommensteuerberechnung das zu versteuernde Einkommen.
Wie hoch ist der Kinderfreibetrag 2026?
Der eigentliche Kinderfreibetrag beträgt 2026:
3.414 Euro je Elternteil
6.828 Euro je Kind bei beiden Eltern zusammen
Zusätzlich gibt es den Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf, kurz BEA-Freibetrag:
1.464 Euro je Elternteil
2.928 Euro je Kind bei beiden Eltern zusammen
Damit ergeben sich 2026 gesamte Freibeträge für Kinder von:
6.828 Euro Kinderfreibetrag + 2.928 Euro BEA-Freibetrag = 9.756 Euro pro Kind
Jedem Elternteil steht grundsätzlich die Hälfte, also ein Gesamtfreibetrag von 4.878 Euro, zu.
Kinderfreibetrag oder Kindergeld?
Eltern erhalten nicht gleichzeitig den vollen steuerlichen Vorteil aus Kindergeld und Kinderfreibetrag. Das Finanzamt führt bei der Einkommensteuererklärung automatisch eine sogenannte Günstigerprüfung durch.
Dabei wird geprüft:
Ist das ausgezahlte Kindergeld günstiger, bleibt es beim Kindergeld.
Führt der Kinderfreibetrag zu einer höheren Entlastung, wird dieser berücksichtigt.
Das bereits erhaltene Kindergeld wird anschließend mit dem Steuervorteil verrechnet.
Der Kinderfreibetrag lohnt sich daher meist erst bei höheren Einkommen. Eltern müssen die Günstigerprüfung nicht selbst beantragen.
Wer erhält den Kinderfreibetrag?
Der Kinderfreibetrag steht Eltern grundsätzlich für Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres zu.
Darüber hinaus kann er berücksichtigt werden:
bis zum 21. Geburtstag bei arbeitslos gemeldeten Kindern,
bis zum 25. Geburtstag während Schule, Studium oder Berufsausbildung,
während bestimmter Freiwilligendienste,
während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten zwischen Ausbildungsabschnitten.
Bei einem Kind mit Behinderung kann der Freibetrag ohne feste Altersgrenze gelten, wenn das Kind sich nicht selbst unterhalten kann und die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.
Was bedeutet Kinderfreibetrag 0,5 oder 1,0?
Auf der Lohnabrechnung beziehungsweise in den elektronischen Lohnsteuermerkmalen kann die Zahl der Kinderfreibeträge eingetragen sein.
Typische Werte sind:
0,5: Ein Elternteil erhält den halben Freibetrag.
1,0: Ein Elternteil erhält den vollen Freibetrag für ein Kind.
2,0: Voller Freibetrag für zwei Kinder.
Bei zusammenlebenden Eltern wird der Freibetrag normalerweise hälftig aufgeteilt. Jedem Elternteil wird daher pro Kind der Zähler 0,5 zugeordnet.
Kann der Kinderfreibetrag übertragen werden?
Unter bestimmten Voraussetzungen kann der halbe Kinderfreibetrag des anderen Elternteils übertragen werden. Das kommt beispielsweise infrage, wenn ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht oder nur unzureichend nachkommt.
Auch beim BEA-Freibetrag kann bei minderjährigen Kindern eine Übertragung möglich sein, wenn das Kind ausschließlich bei einem Elternteil gemeldet ist. Für die Übertragung gelten jedoch besondere Voraussetzungen und Ausnahmen.
Erhöht der Kinderfreibetrag das monatliche Nettogehalt?
Der als ELStAM eingetragene Kinderfreibetrag senkt beim laufenden Lohnsteuerabzug grundsätzlich nicht die normale Lohnsteuer. Er wirkt sich nur auf die Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer aus.
Die eigentliche steuerliche Berücksichtigung erfolgt im Rahmen der Einkommensteuererklärung durch die Günstigerprüfung.
Kinderfreibetrag im Brutto-Netto-Rechner
In einem Brutto-Netto-Rechner wird die Zahl der Kinderfreibeträge benötigt, um insbesondere den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer korrekt zu berechnen.
Die Eingabe sollte dem auf der Lohnabrechnung oder in den ELStAM gespeicherten Wert entsprechen. Der Rechner zeigt jedoch nicht automatisch, ob das Kindergeld oder die Freibeträge bei der späteren Einkommensteuererklärung günstiger sind.