Grenzsteuersatz
Der Grenzsteuersatz zeigt, wie stark ein zusätzlicher Euro Einkommen besteuert wird. Er steigt aufgrund des progressiven Einkommensteuertarifs mit dem Einkommen.
Grenzsteuersatz 2026: Bedeutung und Berechnung
Der Grenzsteuersatz gibt an, mit welchem Steuersatz der jeweils letzte zusätzliche Euro des zu versteuernden Einkommens belastet wird. Er zeigt damit, wie stark sich eine Einkommenserhöhung auf die persönliche Einkommensteuer auswirkt.
Entscheidend ist nicht das Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen. Dieses wird nach dem Abzug von Werbungskosten, Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen und weiteren steuerlich relevanten Beträgen ermittelt.
Wie hoch ist der Grenzsteuersatz 2026?
Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 Euro fällt 2026 keine Einkommensteuer an. Der Grenzsteuersatz beträgt in diesem Bereich daher null Prozent.
Oberhalb des Grundfreibetrags steigt er innerhalb der sogenannten Progressionszonen schrittweise an. Der Einkommensteuertarif 2026 sieht bei Einzelveranlagung folgende Bereiche vor:
Einstieg mit einem Grenzsteuersatz von rund 14 Prozent
anschließend progressiver Anstieg
42 Prozent ab 69.879 Euro zu versteuerndem Einkommen
45 Prozent ab 277.826 Euro zu versteuerndem Einkommen
Die Grenzsteuersätze von 42 und 45 Prozent werden häufig als Spitzensteuersatz beziehungsweise Reichensteuersatz bezeichnet.
Beispiel zum Grenzsteuersatz
Eine alleinstehende Person hat ein zu versteuerndes Einkommen von 50.000 Euro. Ihr Grenzsteuersatz liegt 2026 bei ungefähr 35 Prozent.
Erhöht sich das zu versteuernde Einkommen um 1.000 Euro, wird dieser zusätzliche Betrag ungefähr mit dem aktuellen Grenzsteuersatz belastet. Die Einkommensteuer steigt somit um rund 350 Euro.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das gesamte Einkommen mit 35 Prozent besteuert wird. Die unteren Einkommensbereiche werden weiterhin mit niedrigeren Steuersätzen oder gar nicht besteuert.
Unterschied zum Durchschnittssteuersatz
Der Grenzsteuersatz und der Durchschnittssteuersatz haben unterschiedliche Bedeutungen:
Der Grenzsteuersatz gilt für den letzten zusätzlich verdienten Euro.
Der Durchschnittssteuersatz zeigt den Anteil der gesamten Einkommensteuer am gesamten zu versteuernden Einkommen.
Der Durchschnittssteuersatz liegt daher normalerweise deutlich unter dem Grenzsteuersatz.
Grenzsteuersatz bei Ehepaaren
Bei zusammen veranlagten Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern wird die Einkommensteuer nach dem Splittingverfahren berechnet.
Dabei wird das gemeinsame zu versteuernde Einkommen zunächst halbiert. Für diesen Betrag wird die Einkommensteuer ermittelt und anschließend verdoppelt. Dadurch werden die Tarifgrenzen faktisch auf das gemeinsame Einkommen übertragen.
Bedeutet ein höherer Grenzsteuersatz weniger Netto?
Ein steigender Grenzsteuersatz führt nicht dazu, dass eine Gehaltserhöhung vollständig durch höhere Steuern verloren geht. Besteuert wird lediglich der zusätzliche Einkommensanteil mit dem höheren Satz.
Neben der Einkommensteuer können jedoch auch Sozialversicherungsbeiträge, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag das zusätzliche Nettogehalt beeinflussen.