Festgehalt
Ein Festgehalt ist eine vertraglich vereinbarte Vergütung, die regelmäßig in gleicher Höhe ausgezahlt wird. Es bietet Arbeitnehmern finanzielle Planungssicherheit und wird unabhängig von der Anzahl der Arbeitstage eines Monats gezahlt.
Festgehalt: Bedeutung, Berechnung und Unterschiede
Ein Festgehalt ist eine feste Vergütung, die ein Arbeitnehmer regelmäßig für seine Arbeitsleistung erhält. Die Höhe wird im Arbeitsvertrag vereinbart und verändert sich grundsätzlich nicht durch unterschiedlich viele Arbeitstage oder gesetzliche Feiertage in einem Monat.
In der Praxis wird das Festgehalt meistens monatlich ausgezahlt. Es kann jedoch auch als Jahresgehalt vereinbart und anschließend auf zwölf oder mehr Gehaltszahlungen verteilt werden.
Das Festgehalt bildet häufig den festen Bestandteil der Gesamtvergütung. Zusätzliche Zahlungen wie Boni, Provisionen, Zuschläge, Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld können das Einkommen ergänzen.
Was bedeutet Festgehalt?
Ein Festgehalt ist ein gleichbleibender Geldbetrag, den ein Arbeitnehmer für einen festgelegten Abrechnungszeitraum erhält. Üblicherweise handelt es sich um ein monatliches Bruttogehalt.
Typische Merkmale eines Festgehalts sind:
vertraglich festgelegte Vergütung
regelmäßige Auszahlung
gleichbleibende Höhe
grundsätzlich unabhängig von den Arbeitstagen eines Monats
meist unabhängig von Umsatz oder individueller Leistung
steuer- und sozialversicherungspflichtig
hohe finanzielle Planungssicherheit
Das Festgehalt wird häufig auch als Fixgehalt, Monatsgehalt oder festes Grundgehalt bezeichnet. Die Begriffe können je nach Arbeitsvertrag jedoch unterschiedliche Bedeutungen haben.
Wie wird ein Festgehalt berechnet?
Ist im Arbeitsvertrag ein monatliches Festgehalt vereinbart, muss der Betrag nicht gesondert berechnet werden. Der Arbeitnehmer erhält jeden Monat das festgelegte Bruttogehalt.
Beispiel:
monatliches Festgehalt: 3.600 Euro brutto
jährliche Gehaltszahlungen: 12
Jahresgehalt: 43.200 Euro brutto
Die Formel lautet:
Monatliches Festgehalt × 12 = Jahresfestgehalt
Wurde stattdessen ein Jahresfestgehalt vereinbart, kann das monatliche Gehalt folgendermaßen ermittelt werden:
Jahresfestgehalt ÷ Anzahl der Gehaltszahlungen = monatliches Festgehalt
Beispiel:
Jahresfestgehalt: 48.000 Euro
Gehaltszahlungen: 12
monatliches Festgehalt: 4.000 Euro brutto
Bei 13 Gehaltszahlungen würde jede Zahlung rechnerisch rund 3.692 Euro betragen.
Festgehalt und Bruttogehalt
Das Festgehalt wird normalerweise als Bruttobetrag angegeben. Es bezeichnet den festen Gehaltsbestandteil vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.
Das gesamte Bruttogehalt kann höher sein als das Festgehalt, wenn zusätzliche Vergütungsbestandteile hinzukommen.
Beispiel:
Festgehalt: 3.500 Euro
Schichtzulage: 200 Euro
Leistungsbonus: 300 Euro
gesamtes Bruttogehalt: 4.000 Euro
Das Festgehalt beträgt in diesem Beispiel 3.500 Euro. Für die Berechnung des Nettogehalts ist jedoch das gesamte steuerpflichtige Bruttogehalt von 4.000 Euro relevant.
Festgehalt und Nettogehalt
Das Festgehalt ist nicht mit dem Nettogehalt gleichzusetzen. Vom Brutto-Festgehalt werden unter anderem Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.
Zu den möglichen Abzügen gehören:
Lohnsteuer
gegebenenfalls Kirchensteuer
gegebenenfalls Solidaritätszuschlag
Krankenversicherung
Pflegeversicherung
Rentenversicherung
Arbeitslosenversicherung
Wie viel vom Festgehalt netto übrig bleibt, hängt unter anderem von der Steuerklasse, der Krankenkasse, dem Bundesland, den Kinderfreibeträgen und weiteren persönlichen Merkmalen ab.
Mit einem Brutto-Netto-Rechner lässt sich das voraussichtliche Nettogehalt aus dem vereinbarten Festgehalt ermitteln.
Unterschied zwischen Festgehalt und Grundgehalt
Festgehalt und Grundgehalt werden häufig gleichbedeutend verwendet. Dennoch kann es einen kleinen Unterschied geben.
Das Grundgehalt bezeichnet den festen Basisbestandteil der Vergütung. Das Festgehalt hebt dagegen hervor, dass der vereinbarte Betrag regelmäßig und in gleicher Höhe gezahlt wird.
In vielen Arbeitsverträgen ist das Grundgehalt zugleich das Festgehalt. Zusätzlich können variable Vergütungsbestandteile vereinbart werden.
Beispiel:
festes Grundgehalt: 45.000 Euro pro Jahr
variabler Bonus: bis zu 5.000 Euro
mögliche Gesamtvergütung: bis zu 50.000 Euro
Das garantierte Festgehalt beträgt in diesem Fall 45.000 Euro. Der Bonus ist davon getrennt zu betrachten.
Unterschied zwischen Festgehalt und Stundenlohn
Beim Festgehalt erhält der Arbeitnehmer jeden Monat einen gleichbleibenden Betrag. Beim Stundenlohn richtet sich die Vergütung dagegen nach der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden.
Festgehalt
gleichbleibende monatliche Vergütung
unabhängig von der Zahl der Arbeitstage
hohe Planungssicherheit
häufig bei Angestellten
Stundenlohn
Vergütung je geleisteter Arbeitsstunde
monatliches Einkommen kann schwanken
abhängig von Arbeitszeit und Einsatz
häufig bei gewerblichen oder geringfügigen Beschäftigungen
Beispiel bei Stundenlohn:
Stundenlohn: 20 Euro
geleistete Stunden: 160
Bruttolohn: 3.200 Euro
Im Folgemonat kann der Bruttolohn bei einer anderen Stundenzahl entsprechend höher oder niedriger ausfallen.
Unterschied zwischen Festgehalt und variablem Gehalt
Ein Festgehalt wird unabhängig von individuellen Verkaufserfolgen, Zielerreichungen oder Unternehmenskennzahlen gezahlt.
Ein variables Gehalt hängt dagegen von bestimmten Bedingungen ab. Typische variable Vergütungsbestandteile sind:
Provisionen
Erfolgsboni
Zielprämien
Umsatzbeteiligungen
Gewinnbeteiligungen
Leistungsprämien
Viele Vergütungsmodelle kombinieren beide Formen.
Beispiel:
Festgehalt: 40.000 Euro pro Jahr
variabler Gehaltsanteil: bis zu 10.000 Euro
Zielgehalt: 50.000 Euro
Das Festgehalt von 40.000 Euro ist grundsätzlich garantiert. Der variable Anteil hängt davon ab, ob die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt werden.
Welche Zahlungen gehören nicht zum Festgehalt?
Zusätzliche Vergütungsbestandteile gehören nicht automatisch zum Festgehalt. Dazu können zählen:
Weihnachtsgeld
Urlaubsgeld
Bonuszahlungen
Provisionen
Überstundenvergütung
Schichtzulagen
Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge
Sachbezüge
geldwerte Vorteile
vermögenswirksame Leistungen
Ob eine Leistung zusätzlich gezahlt wird oder bereits im vereinbarten Festgehalt enthalten ist, sollte im Arbeitsvertrag eindeutig geregelt sein.
Festgehalt bei Teilzeit
Bei einer Teilzeitbeschäftigung wird das Festgehalt häufig anteilig anhand der vereinbarten Arbeitszeit berechnet.
Die Formel lautet:
Festgehalt in Vollzeit × Teilzeitstunden ÷ Vollzeitstunden = Teilzeit-Festgehalt
Beispiel:
Festgehalt bei 40 Wochenstunden: 4.000 Euro
vereinbarte Teilzeit: 30 Wochenstunden
Teilzeit-Festgehalt: 3.000 Euro
Berechnung:
4.000 Euro × 30 ÷ 40 = 3.000 Euro
Das genaue Teilzeitgehalt kann sich auch aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder individuellen Vereinbarungen ergeben.
Festgehalt bei Krankheit und Urlaub
Arbeitnehmer mit Festgehalt erhalten ihre vereinbarte Vergütung grundsätzlich auch während eines bezahlten Erholungsurlaubs weiter.
Auch bei einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen zunächst Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Das Festgehalt bietet daher im Vergleich zu einer rein stundenabhängigen Bezahlung eine hohe Einkommensstabilität.
Unbezahlte Fehlzeiten, ein später Eintritt oder ein vorzeitiges Ausscheiden können jedoch dazu führen, dass das Festgehalt für den betreffenden Monat anteilig berechnet wird.
Festgehalt bei Überstunden
Ein Festgehalt bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Überstunden mit der monatlichen Vergütung abgegolten sind.
Entscheidend ist die Regelung im Arbeitsvertrag. Dort sollte festgelegt sein:
ob Überstunden angeordnet werden können
wie viele Überstunden mit dem Festgehalt abgegolten sind
ob ein Freizeitausgleich erfolgt
ob Überstunden zusätzlich vergütet werden
wie Überstunden dokumentiert werden müssen
Pauschale und unklare Formulierungen können rechtlich problematisch sein. Arbeitnehmer sollten daher prüfen, welche konkrete Überstundenregelung für ihr Arbeitsverhältnis gilt.
Vor- und Nachteile eines Festgehalts
Ein Festgehalt bietet sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern eine verlässliche Kalkulationsgrundlage.
Vorteile für Arbeitnehmer
regelmäßiges Einkommen
hohe Planungssicherheit
keine Schwankungen durch unterschiedliche Arbeitstage
gute Vergleichbarkeit bei Stellenangeboten
verlässliche Grundlage für Finanzierungen und Mietverträge
Mögliche Nachteile
zusätzliche Leistung führt nicht automatisch zu mehr Gehalt
Überstunden können je nach Vertrag teilweise enthalten sein
geringere Verdienstchancen als bei hohen Provisionen
Inflation kann die reale Kaufkraft des Festgehalts reduzieren
Ob ein Festgehalt attraktiv ist, hängt daher auch von möglichen Bonuszahlungen, Zusatzleistungen und den Arbeitsbedingungen ab.
Festgehalt bei Gehaltsverhandlungen
Bei einer Gehaltsverhandlung sollte nicht nur die gesamte Zielvergütung betrachtet werden. Wichtig ist vor allem, welcher Anteil davon tatsächlich als Festgehalt garantiert wird.
Arbeitnehmer sollten folgende Punkte klären:
Wie hoch ist das monatliche Festgehalt?
Wie hoch ist das garantierte Jahresgehalt?
Auf wie viele Zahlungen wird das Gehalt verteilt?
Sind Sonderzahlungen bereits enthalten?
Gibt es variable Gehaltsbestandteile?
Unter welchen Voraussetzungen wird ein Bonus gezahlt?
Sind Überstunden mit dem Festgehalt abgegolten?
Gibt es Sachbezüge oder weitere Zusatzleistungen?
Ein höheres Festgehalt bietet meist mehr Sicherheit als ein hoher, aber unsicherer Bonusanteil.